Schulterluxation.
Die Instabilität des Schultergelenkes beruht meist auf einem unfallbedingten Ereignis, wie zum Beispiel einer Verrenkung (Schulterluxation). Hierbei kommt es zu einem Ablösen der Gelenklippe.
Bei einer Schulterluxation, welche die häufigste Luxation beim Menschen beschreibt, ist der Oberarmkopf vollständig aus der Gelenkpfanne ausgekugelt. Dies geschieht zumeist insofern, als dass der Oberarmkopf nach vorne unten aus der Gelenkpfanne springt. Als Folge einer unbehandelten Instabilität treten zumeist der vorzeitige Verschleiß des Gelenkknorpels sowie Arthrose ein. Charakteristische Verletzungsschemata sind zudem jene der Weichteile. Die Gelenkkapsel mit ihren Verstärkungsbändern kann überdehnt werden oder einreißen. Oft reißt die Gelenklippe vom knöchernen Pfannenrand ab (Bankart-Läsion).
01 Symptome.
Patient_innen, welche an einer instabilen Schulter leiden, klagen in der Regel nicht über Schmerzen. Da sie jedoch befürchten, dass ihre Schulter bei gewohnten Bewegungsabläufen auszukugeln droht, vermeiden sie diese häufig und sind somit in ihrem Alltag eingeschränkt. Treten demgegenüber aber Schmerzen auf, so sind diese zumeist ein Indiz für substanzielle Verletzungen, entzündliche Reaktionen oder Arthrose.
02 Behandlungsmöglichkeiten.
02 Behandlungs-möglichkeiten.
Konservative Therapie
Bei akuten Schulterluxationen ist eine sofortige Wiedereinrenkung unabdingbar. Hier muss allerdings zuvor eine Fraktur mittels eines Röntgenbildes ausgeschlossen werden. Ist eine Reposition aufgrund der Muskelspannung im wachen Zustand nicht durchführbar, wird auf eine Kurznarkose zurückgegriffen. Im Anschluss wird die Schulter einige Tage ruhiggestellt und im Rahmen einer Physiotherapie behandelt. Eine unmittelbare Operation ist nur in seltenen Fällen notwendig (z.B. bei Menschen, die auf eine äußerst belastungsfähige Schulter angewiesen sind).
Operative Therapie
Erweist sich die Instabilität als langanhaltend, erfolgt häufig eine arthroskopische Stabilisierung. Im Zuge dessen erfolgt eine Befestigung der abgerissenen Gelenklippe am Knochen und ein Straffung des überdehnten Kapselbandapparat. In diesem Prozess kommen spezielle Fadenanker zum Einsatz. Diese werden im Knochen der Gelenkpfanne fixiert.
Bei größeren Verletzungen des Pfannenrandes muss man auf die klassische offene Operationstechnik zurückgreifen. Dabei erfolgt eine Fixierung der knöcherne Pfannenfrakturen mit Schrauben. Sollte das abgesprengte knöcherne Fragment zu klein für eine Verschraubung sein bzw. ist jenes bereits in einer Fehlposition verheilt, ist eine sogenannte Knochenblock-Transfer-Operationen notwendig.
03 Nachbehandlung.
Im Falle einer Schulterluxation ist der Nachbehandlung ein ebenso hohes Maß an Bedeutung zuzuschreiben, wie dem eigentlichen Eingriff. Zunächst erfolgt eine Ruhigstellung der Schulter für einen Zeitraum von ca. zwei Wochen nach der Operation Tags und Nachts in einem Orthogilet. Später muss sie nur mehr Nachts für weitere 4 Wochen getragen werden. Bereits am ersten Tag nach der Operation beginnt ein durch speziell geschulte Physiotherapeut_innen begleitetes Rehabilitationsprogramm. Dabei erfolgt eine gezielte Stabilisierung und Kontrolle des Schultergelenks, um etwaige Verklebungen der Gleitschichten zu vermeiden.
Im Anschluss an diese erste Rehabilitationsphase folgt ein kontinuierlicher Bewegungs- und Belastungsaufbau mit muskulären Stabilisierungsübungen. Zu diesem Zeitpunkt können auch bereits wieder leichte körperliche Aktivitäten begangen werden. Kontaktsportarten sollten jedoch erst ein halbes Jahr postoperativ wieder ausgeübt werden.